Georg Söhne * 1644
8 - Georg Söhne und Anna Margaretha geb. Laux
Die folgenden Angaben stammen im wesentlichen aus seiner gedruckten und von Joh. Sigismund Breydt verfaßten Leichenpredigt (vorhanden in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel, Signatur 21175).
Seine Eltern waren der Waldecker Zimmermann Johannes Söhne und dessen Ehefrau Anna geb. Backhaus (Nr. 5). Er wurde am 11.1.1644 geboren und am 14.1.1644 getauft.
Schule und Studium der Theologie
Auf Anraten guter Gönner schickten ihn seine Eltern im 13. Lebensjahr auf die Lateinschule. Seine Schulzeit abvsolvierte er zunächst in Sachsenhausen (das erklärt, warum der Name "Jeörg Söne" in den Sachsenhäuser Kirchenbüchern im Kommunikantenverzeichnis, d.h. dem Verzeichnis der Teilnehmer am Abendmahl, zu finden ist. 1659 wird er darin als Schüler bezeichnet). Danach war er an den Schulen in Korbach, Mühlhausen/Thüringen und Lippstadt/Westfalen. Anschließend studierte er in Jena Theologie bei dem berühmten Prof. Musaeus und führte dann seine Studien an der Universität Erfurt weiter. Aus Geldmangel mußte er jedoch sein Studium abbrechen. Anscheinend ist er dann zunächst nach Sachsenhausen gegangen, denn dort findet sich 1671 erneut ein "Jeörg Söne" im Kommunikantenverzeichnis, diesmal mit der Berufbezeichnung "Studiosus" (Student).
Berufliches Leben
Von 1671 bis 1681 arbeitete er als Informator (Hauslehrer) bei dem "Land-Gräffl. Hessen-Casselischen Land-Commissario, dem Wohl-Gebohrnen Herren von Böneburg" und unterrichtete dessen Kinder. Anschließend begab er sich nach Worms zu seinem Bruder, der dort Granenmeister war (Nr. 10). Er blieb dort ein Jahr und übte sich im Predigen. 1682 wurde er auf die frei gewordene Stelle des Pfarrers von Nußdorf berufen und er legte daraufhin die ihm noch fehlende Theologieprüfung ab. Nach Biundo, Georg: Die evangelischen Geistlichen der Pfalz seit der Reformation, Neustadt/Aisch 1968, S. 440 war er zugleich auch Pfarrer von Böchingen (von 1710 bis 1713). Während des Spanischen Erbfolgekrieges (1701-1713) soll der Pfarrer Georg Zuflucht in Landau gesucht und in dieser Zeit in der Katharinenkapelle amtiert haben. Dabei soll einmal während des Gottesdienstes eine Bombe durch das Kirchendach eingeschlagen sein und den Kopf einer Frau abgerissen haben (siehe Datei minichronik.pdf).
Heirat
Nachdem er am 20.2.1683 die Heiratserlaubnis bekam (siehe Datei pfarrergeorg.doc), heiratete er am 1.3.1683 er in Landau Anna Margaretha Laux, mit der er vier Söhne und zwei Töchter hatte, von denen bei seinem Tod aber nur noch die beiden jüngsten Söhne am Leben waren. Nachdem er 32 Jahre lang Pfarrer in Nußdorf war, starb er am 25. Mai 1714 im Alter von 70 Jahren. Sein Sohn, der ebenfalls Pfarrer war, vermerkte im Kirchenbuch: "Bis in das 32te Jahr gew. treu-eifriger Pfarrer allhier. Mein lieber und getreuer Vater."
Anna Margaretha Laux
Die folgenden Angaben zu seiner Frau stammen im wesentlichen aus ihrer gedruckten und von Joh. Sigismund Breydt verfaßten Leichenpredigt (vorhanden in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel, Signatur 21176).
Anna Margaretha Laux war die 1665 geborene Tochter des Bäckers und Ratsmitglieds Johann Jacob Laux aus Landau und dessen Ehefrau Anna Catharina geb. Fath. Als sie 9 Monate alt war, verlor sie 1666 alle Geschwister und den Vater durch die Pest. 1672 verlor sie im Alter von 7 Jahren auch noch ihre Mutter und mußte von da an das schwere Los der Waisenkinder ertragen. ("Sie mußte unter Frembden meistens ihr Brod mit Thränen essen und ihren Tranck mit Weinen mischen.")
Als sie den 39-jährigen Georg heiratete, war sie erst 18. Wie in der Leichenpredigt angedeutet wird, hat sie auch in den 31 Jahren ihren Ehe manchen "Trübsal" ertragen müssen. Sie war sehr gläubig und hat "mit hertzlichem Verlangen auf den Tod gewartet, damit sie durch denselben in das Himmlische mögte versetzet werden." Acht Tage nach der Beerdigung ihres Mannes ging ihr Wunsch in Erfüllung und sie folgte ihm in den Tod, "nachdem sie in diesem Jammerthal zugebracht 49 Jahr." Sie wurde am 4. Juni 1714 in Nußdorf "bey volckreicher Anwesenheit mitleidender Freunde" beigesetzt.
Theologie
Kirchenbucheintrag bei der Beerdigung seiner Tochter Anna Sybilla im Alter von 6 Jahren: "Du hast dein Leben doch bald seeliglig vollendet, die Seele Himmel auf zu deinem Gott gesendet. Was wollten wir nicht einstellen unser Ach u. stetiges Bitten, Gott daß wir bald folgen nach."
Kirchenbucheintrag bei der Beerdigung seiner Tochter Anna Barbara im Alter knapp 2 Jahren: "So schlaf nun liebes Kind, in deines Jesu Armen. Gott wird auch über uns sich väterlich erbarmen, daß du uns und wir dich mit Freuden wiedersehen, wenn von dem Tränenthal wir zu Gott werden gehen."
Nachkommen, ua. Soehnée in Frankreich
Georg und Margaretha kann man als Begründer des Pfälzer Zweiges der Söhnen betrachten. Von ihren Nachkommen blieben einige in der Pfalz, andere machten in Frankreich unter dem Namen Soehnée Karriere und häuften ein Vermögen an. Es ist auch anzunehmen, daß die nach Jugoslawien ausgewanderten Söhnen von dem Pfälzer Zweig abstammten.
Kopie der Leichenpredigten in den Dateien pfarrergeorg.pdf und laux.pdf. Abschrift der Heiratserlaubnis in der Datei pfarrergeorg.doc
Weitere,noch nicht eingesehene Quellen: - Blätter für pfälzische Kirchengeschichte, Nr. 8, 1932, S. 89 - 91: G. Biundo, Aus der Leichenpredigt auf den Nußdorfer Pfarrer Georg Söhne - Blätter für pfälzische Kirchengeschichte, Nr. 13, S. 28: G. Biundo, Trauergedichte ... (auch über Henrich Wilhelm Söhne)