Friedrich Söhne * 1919

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196 - Friedrich Söhne und Evelore geb. Schulz

Friedrich (Fritz) Söhne wurde am 7.10.1919 in Korbach geboren und war ein Sohn des Wilhelm Söhne und der Wilhelmine geb. Lohof (Nr. 166). Gest. am 15.6.1996 in Korbach.










Schulzeit - Jugend

 2. Weltkrieg

Im 2. Weltkrieg war Fritz Luftwaffenpilot. Entsprechend groß war sein Einsatzgebiet: Norwegen, Rußland, Frankreich ... Er hat mir (Robert) einmal erzählt, daß er gegen Ende des 2. Weltkriegs Frauen aus Bordeaux ausgeflogen hat, die mit Deutschen ein Verhältnis hatten, weil diese befürchten mußten, als Kollaborateurinnen verfolgt zu werden. Möglicherweise stammt das Bündel (heute wertloser) französischer Geldscheine, das ich bei den Unterlagen abgeheftet habe, aus dieser Zeit.
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Von seinen Kriegserlebnissen kann ich (Wilhelm-Kai) mich daran erinnern, daß er mir auf die Frage, "Hast Du schon einmal Dein Flugzeug mit dem Falschirm verlassen?", geantwortet hat, daß er in Italien zusammen mit 12 anderen Flugzeugführern ein Flugzeug per Fallschirm verlassen hat, da das Flugzeug ein Problem mit dem Fahrwerk hatte. Es war also sicherer schon in der Luft auszusteigen, als zu landen. Das Flugzeug ist aber trotzdem sicher gelandet. Seine militärische fliegerische Karriere hat er als Segelfluglehrer in Rossitten (Kurische Nehrung) begonnen und ist später Stuka geflogen. Über Malta wurde er getroffen, konnte sich und sein Flugzeug aber noch bis Italien retten.






Heirat

Hat die Zahnärztin Evelore Schulz (19.6.1922 - 4.7.1994) geheiratet. Die Ehe wurde geschieden und Evelore hat erneut geheiratet. Danach trug sie den Namen Eichentopf-Söhne. Sie ist am 4.7.1994 in Hagen gestorben.

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Zivile Fliegerei

Er ist der Fliegerei auch nach dem Krieg treu geblieben und verbrachte viele Wochenenden auf dem Korbacher Flugplatz, wo er eigene Sportflugzeuge hatte (1989 eine Cessna 182 mit Verstellpropeller und einen Motorfalken).

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Beruf

Vor dem Krieg hatte er wohl mit dem Studium der Landwirtschaft angefangen (siehe Verlobungsanzeige). Gekannt haben wir ihn allerdings nur als Zahnarzt. Nach seinem Studium in Marburg und seiner Tätigkeit an der Uniklinik, an der er Oberarzt war, konnte er sich jedoch nicht sofort in Deutschland niederlassen. Darum arbeitete er zunächst in der Schweiz. Danach richtete er eine Praxis in Adorf ein, die er später nach Korbach verlegte, zunächst an den Nordwall, und schließlich in den Katthagen.




Renovierung des Hauses in der Violinenstraße




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Erinnerungen von Wilhelm-Kai an Onkel Fritz

Meine ersten Erinnerungen an Onkel Fritz stammen aus der Zeit als ich noch ein Kind war. Nachdem meine Eltern festgestellt hatten, daß nicht alle Zahnärzte gleich gut behandeln, haben sie regelmäßig mit ihren Kindern die 3 Stunden dauernde Fahrt zu Onkel Fritz unternommen. Das war immer ein sehr interessanter und angenehmer Ausflug, da Onkel Fritz ausgesprochen freundlich war und an meinen Zähnen nichts auszusetzen hatte.
Später war er zu meiner Konfirmation anwesend. Ich kann mich aber nur noch an sein Geschenk erinnern, aber nicht mehr an ihn.
Im Alter von 17 – 18 Jahren entfernte er mir meine vier Weisheitszähne – auch das waren keine unangenehmen Erfahrungen.
Diese überaus positiven Erlebnisse haben sicherlich dazu beigetragen, daß ich selber auch Zahnarzt wurde.

Während der Semesterferien besuchte ich ihn häufiger, durfte bei ihm wohnen und in der Praxis mitarbeiten. Auf seine Empfehlung hin, fing ich mit dem Segelfliegen in der Flugschule Waldeck an.

Nach meinem Examen arbeitete ich drei Monate in seiner Praxis im Katthagen. In dieser Zeit hat auch Emmanuelle ihn kennengelernt. Wir konnten im August 1989 in seinem Haus am Scheid wohnen.
Seine Spezialität war die Chirurgie. Am Nordwall hatte er anscheinend Belegbetten gehabt (zusammen mit einem HNO Arzt im gleichen Haus). Im Katthagen erlebte ich die Entfernung von verlagerten Eck- und Weisheitszähnen sowie Wurzelspitzenresektionen in größerer Zahl. Da er seinen Wurzelkanalbehandlungen wohl manchmal selber nicht traute, fügte er häufig sofort nach der Wurzelkanalbehandlung eine Resektion an. Das ist heute nicht mehr lehrbuchmäßig aber seine Ergebnisse waren durchaus mit anderen Methoden vergleichbar. Auch habe ich mindestens einen Patienten in seiner Praxis gesehen, der die Früherkennung seines Mundhöhlenkrebses dem scharfen und geübten Blick von Onkel Fritz zu danken hat.
Onkel Fritz, der übrigens bis fast zu seinem Lebensende als Zahnarzt gearbeitet hat, war auch noch in seinem letzten Lebensjahr ständig auf Fortbildung und las eine große Zahl an fachlichen Periodika.
Das seine Praxis ganz hervorragend ausgerüstet war, mit drei Behandlungsstühlen, einer perfekt organisierter Sterilisation, OPG, zahntechnischem Labor, etc. war ganz selbstverständlich.
Die Praxis betrieb er natürlich nicht alleine, sondern er war umgeben von kompetenten und motivierten Mitarbeiterinnen (nach heutigem Sprachgebrauch: drei ZMF's und einer Praxismanagerin).
Meine Meinung, daß er ein guter und erfolgreicher Zahnarzt war, lag aber nicht nur an seinem Wissen und seinen Fähigkeiten sondern auch daran, daß er seine Patienten wirklich mochte. Er kannte die meisten von ihnen schon seit langem und gab sich ständig Mühe das Beste für sie zu tun. Meine Frage, ob er Privatpatienten und Kassenpatienten unterschiedlich behandeln würde erstaunte ihn. An den genauen Wortlaut seiner Antwort kann ich mich nicht mehr erinnern aber er erklärte mir, daß es nicht möglich ist, einen Patienten besser zu behandeln als einen anderen. Für ihn war das nicht möglich, ich kenne aber andere Ärzte, die damit kein Problem haben. Manche Patienten haben natürlich auch bei ihm eine besondere Aufmerksamkeit erhalten, so war es mit Familienangehörigen oder bei dem alten Graf … .
Ich glaube, wir haben uns 1994 oder 1995 zum letzten Mal gesehen. Er war auf der Reise in die Schweiz und besuchte uns in Dalhunden. Dabei konnte ich ihm meine älteste Tochter vorstellen und meine eigene Praxis zeigen. Zum Abschied schenkte er mir einige Bücher über Zahnmedizin.


(Anekdoten siehe Dateien fritz1.pdf und fritz2.pdf)

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