Georg Söhne * 1716

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57 - Georg Söhne und Catharina Margarethe, geb. Zimmermann


1716 - 1753

Johann George Söhne wurde in Sachsenhausen am 22.7.1716 als Sohn des Daniel Söhne und der Anna Maria geb. Weidenhagen (Nr. 33) geboren.

Im Jahre 1731, als er 14 Jahre alt war, starb seine Mutter. Aber er bekam bereits ein halbes Jahr später eine Stiefmutter, denn sein Vater heiratete ein zweites Mal.

Als sein Vater 1749 starb, trat er als einziger noch lebender Sohn dessen Erbe an, das jedoch auch Schulden beinhaltete. So mußte er 1750 eine Obligation über 1 Reichstaler und und 6 Schilling an das Sachsenhäuser Hospital unterschreiben, da er die dem Hospital geschuldeten Begräbniskosten seiner Tante Catharina Hungerland (Nr. 31) nicht aufbringen konnte. Dieses Dokument trägt übrigens Georgs eigenhändige Unterschrift.

Unterschrift Johannes Georg Söhne.jpg


"Johannes Görge Söhne"
(Stadtarchiv Sachsenhausen, Abt. XVI, Abschn. 2, Konv. 6, Fasz. 14)
(Abschrift in der Datei catharina.doc)



Nach dem Tod seines Vaters lebte er zunächst allein mit seiner Stiefmutter. Dies geht eindeutig aus einem Seelenregister der Stadt Sachsenhausen für das Jahr 1753 (Stadtarchiv Sachsenhausen, II/2, Konv. 11, Fasz. 10) hervor, denn dort wird angegeben, daß der Haushalt des Georg Söhne zu diesem Zeitpunkt nur 2 Personen umfaßte, nämlich ihn selbst und seine Stiefmutter.


1757: Heirat

Einige Jahre später, am 25. Mai 1757, heiratete er Catharina Margarethe Zimmermann, die am 29.10.1732 in Sachsenhausen geborene Tochter des Leonhard und der Anna Catharina Zimmermann. Aus der Ehe sind 7 Kinder hervorgegangen, von denen jedoch 5 im Kindesalter starben.

In dem Brandkassen-Kataster des Jahres 1757 (Stadtarchiv Sachsenhausen, XXVII/3, Konv. 4, Fasz 29) wird Georgs Haus beschrieben: Es war aus Holz (= Fachwerk?), 35 Fuß lang und 36 Fuß tief. Es scheint ein 2-Familienhaus gewesen zu sein, denn Georgs Haus Nr. 42 hatte zusammen mit Philipp Scribas Haus Nr. 41 ein gemeinsames Dach. Es hatte einen Schätzwert von 50 Reichstalern.

Wie aus einem weiteren Verzeichnis über die Familienverhältnisse (Stadtarchiv Sachsenhausen, II/2, Konv. 10, Fasz. 5) hervorgeht, bestand Georgs Familie im Jahre 1760 aus 4 Personen: ihm selbst, seiner Frau, seinem Sohn Justian und seiner (Stief)mutter. Knechte oder Mägde hatte er nicht.
In diesem Verzeichnis, das während des 7-jährigen Krieges angefertigt wurde, um festzustellen, was bei den Bauern noch zu holen war, wird angegeben, wieviel Tiere die Bauern mindestens beibehalten müßten, um überleben zu können. Für Georg sind das: 2 Pferde, 1 Kuh, 1 Schwein und 1 Ziege. Daraus läßt sich der vorsichtige Rückschluß ziehen, daß sein Hof nicht größer als 10 Hektar gewesen sein kann, denn sonst hätte er mehr Pferde benötigt.

Seine Vorräte waren ebenso aufgebraucht wie die der anderen Bauern. Er besaß nur noch etwas Gerstenmehl, 1 Zentner Heu, 8 Zentner Grummet und 12 Bunde Stroh. Darüber hinaus hoffte er noch etwas Hafer zu ernten. Die Jahre 1760/61 müssen also Jahre des Hungers gewesen sein.

Der Krieg hat weitere Spuren hinterlassen:
- 1759 mußten Georg und sein Bruder Christoph Hafer und Gerste liefern (Stadtarchiv Sachsenhausen, VIII/8, Konv. 10, Fasz. 19).
- 1761 mußten die Sachsenhäuser Betten und Bettwäsche nach Waldeck liefern. Georg gab ein gutes Kissen ab (Stadtarchiv Sachsenhausen, VIII/8, Konv. 11, Fasz. 14).
- 1762 war Georg zum Bäckereibau in Vornhagen (bei Waldeck) abkommandiert und erhielt dafür einen Reichstaler (Stadtarchiv Sachsenhausen, VIII/8, Konv. 11, Fasz. 24).
- Im gleichen Jahr wurde er auch zum Holzhauen abkommandiert (Stadtarchiv Sachsenhausen, VIII/8, Konv. 11, Fasz. 27).
- Am 5.9.1762 wurde er zur Batterie-Arbeit einberufen: "Zwölf starke Mann, davon 6 mit Schüppen und 6 mit Hacken, wie auch mit der richtigen Namensspezifikation, sollen sich auf Befehl des Commendanten bey Vermeydung der härtesten Execution Dienstags, Mittwochens und Donnerstags jedes mal an des Morgens früh praecise 6 Uhr von Sachsenhausen bey Amtsvogts Miethings Behausung zur Batterie-Arbeit einfinden." (Stadtarchiv Sachsenhausen, VIII/8, Konv. 11, Fasz. 21). Auf der dazugehörigen Namensliste befinden sich u.a. Georg (mit Schüppe) und sein Bruder Christoph (mit Hacke).

Wie arm diese Zeiten waren, belegt auch eine Klage (Stadtarchiv Sachsenhausen, X/2, Konv. 49, Fasz. 2), die Georg am 20. Februar 1771 gegen Henrich Fischer junior, den Ehemann der Nichte seiner Stiefmutter einreichte, weil dieser ein paar Habseligkeiten (eine Brosche, ein Halstuch und ein Paar Schuhe), die seiner Stiefmutter gehört hatten, nicht herausgeben wollte (vgl. Nr. 33). Klage wegen Brosche, Halstuch und ein Paar Schuhe
Somit wird auch deutlich, warum Georg die Mitgift von 30 Reichstalern für seine Schwester Anna an deren Ehemann Justian Bohland aus Waldeck nicht auszahlen konnte und er sich darüber hinaus von seinem Schwager Bohland noch 80 Reichstaler Bargeld lieh und nie zurückzahlte. (Diese Angaben gehen aus dem Ehevertrag des Justian Söhne (Nr. 72) hervor. Die Schulden scheinen Georg bis an sein Lebensende begleitet zu haben, denn 1781 (er war am 23.1.1778 gestorben) steht seine Witwe noch im Verzeichnis der Schuldner herrschaftlicher Gelder. Hier betrug die Schuld 1 Taler, 10 Groschen und 1 1/2 Pfennig (Stadtarchiv Sachsenhausen, IX/3, Konv. 19, Fasz. 14).


1778: Witwe Catharina Margarethe Söhne

Die überlebende Witwe Catharina Margarethe Söhne lebte nun bei ihrem Sohn Justian. Aus dessen Ehevertrag geht genau hervor, welche Rechte ihr für die Leibzucht (= Altenteil) zustanden:
"So verspricht der Bräutigam diese seine Mutter an seinem Tische zu versorgen, wenn diese mit seinem Vermögen, was Gott und die Haußhalt bescheren werde, Vorlieb nehmen wolle, solte aber die Einigkeit erfehlen und die Mutter ihre eigene Verköstigung erwählen, so ihr allemahl frey bleibt, will sie jährl(ich) einen halben Morgen Korn nächst dem besten, wie auch einen halben Morgen Hafer ebenwohl nächst dem besten zur Wahl auszusuchen die Macht haben, und wann sie so auch mit den jungen Leuthen am Tische bleiben wird, soll sie zur Kleidung doch den halben Morgen Hafer nächst dem besten zugemeßen haben, im Fall sie dann aber doch die eigene Verköstigung vor sich erwählen wird, soll sie auch jährl(ich) zur kleinen Leibzucht vor sich haben eine Metze Wintersaamen und zwar vollkommen eine Schlag (?) Metze, drey Metzen Weitzen, sechs Spint Gerste, zwey Spint Erbsen, ein Spint Saltz, den Garten beym Sarge (?) und dießen mit einem Fuder Mist jährl(ich) zu be..., nicht weniger den vierten Theil von Cartoffeln Rüben und Obst, auch anderthalb Spintlein und zwar eine Metze auf den ..ubort, die halbe Metze aber an einen ... .... Orth gesäet haben, ein gleichen behält diese jährl(ich) bevor ein Pfundt Wolle, und den Haußbrand mit den jungen Leuthen zu genießen. (Randeintragung: Auch die Schlafstätte in der Stube zu behalten.) Auch von dem Schlachtschweine jährl(ich) zehn Pfund Speck und zwey rothe Würste und drey Bratwürste, und außer diesem soll ihr auch eine Kuh zu nehmen, welche sie will zu ihrer Leibzucht bey den jungen Leuthen Fütterung freystehen und hiervon will sie auch im dritten Jahr das Kalb aufzuziehen bemachtet seyn, die andre 2 Jahre aber vor sich verkaufen will." (Stadtarchiv Sachsenhausen, X/2, Konv. 24, Fasz. 19)
Sie starb am 3. August 1794 im Alter von 61 Jahren an der Ruhr.

(Abschrift eines Teils der Dokumente in johanngeorg.doc)

Vorfahren der Catharina Margarethe Zimmermann

Nr. 4909 Zimmermann
Johann Leonhard, * 26.2.1701 (Vater: Adam Z. aus Niederwerbe), † 11.8.1758
 17.1.1727 mit Anna Catharina Elisabeth Pipperling, * 4.3.1704 (Vater: Johann Conrad P.), † 19.2.1741, vgl. Nr. 2846
Kinder:
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3) Catharina Margaretha, ≈ 19.10.1732, † 3.8.1794 (Ruhr), vgl. Nr. 4047

Nr. 2846 Pfeifferling (Piperling)
Johannes Conradus, * 6.4.1675 (Vater: Henrich P.), † 11.5.1736, vgl. Nr. 2845
 14.2.1700 mit Anna Catharina Schuchard, * 17.11.1679 (Vater: Adam S.), † 11.3.1754, vgl. Nr. 3869
Kinder:
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2) Catharina Elisabeth, * 4.3.1704, Ehefrau d. Leonhard Zimmermann, † 19.2.1741, vgl. Nr. 4909

Nr. 2845 Pfeifferling (Piperling) (Pipperling)
Henrich, * ca. 1639, † 3.4.1698 (Brustschwachheit)
 mit Anna NN., * ca. 1642,  22.11.1719
Kinder:
.../...
6) Johannes Conradus, * 6.4.1675, † 11.5.1736, vgl. Nr. 2846

Nr. 3869 Schuchardt
Adam, * ca. 1652, † 6.4.1723 (am Stein gestorben)
 14.11.1678 mit Anna Elisabeth Rösel, † 28.12.1732
Kinder:
1) Anna Catharina, * 17.11.1679, verw. Pipperling, † 11.3.1754, vgl. Nr. 2846


Kinder

Anna Catharina Söhne (1758 - )

Johann Justian Söhne (1759 - 1833)

Anna Catharina Söhne (1761 - 1767)

Johann Henrich Söhne (1766 - 1767)

Johann Wilhelm Söhne (1768 - 1769)

Johanna Maria Christine Söhne (1768 - 1771)