Caroline PONSOT, née Caroline Louise Victoire SOEHNÉE

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83 - Caroline Soehnée und Francis Ponsot

Leben in Paris

Von Dominique Hessel erfahren wir, daß seine Ururgroßmutter Caroline Soehnée (Madame Ponsot) die Tochter des Jean Frédéric Soehnée und der Herminie Malescot (Nr. 68) war (siehe Datei hessel.doc).

Gemalt von B. Juncker

Laut Internet wurde sie am 22.5.1832 in Paris geboren.


Nach dem unten genannten Buch von Dominique Hessel hat Caroline am 12.10.1859 Francis Ponsot geheiratet. Eine Internetquelle nennt als Heiratsdatum den 11.10.1859 in Paris, möglicherweise in der Église Sainte Elisabeth (3ème). Eine Karteikarte (Archives de Paris, V3E / N 2069) bestätigt dieses Datum, nennt aber als Geburtsdatum der Caroline Louise Victoire Soehnée den 22.5.1822, was vermutlich falsch ist, denn ihre Eltern haben erst 1824 geheiratet.

Carolines Ehemann Francis Ponsot war Philosophielehrer und unterrichtete in Marseille, Bordeaux und Paris. Francis, oder genauer gesagt Louis Paul François Ponsot starb am 26.10.1868, wenige Monate nach der Geburt seines Sohnes Armand (* 1 24.8.1868 in Paris, + 8.1.1953 in Lalande de Pomerol).


Leben in Lalande de Pomerol

Nach dem Tod ihres Mannes beschloß die junge Witwe Caroline, nach Lalande de Pomerol zu ziehen und auf dem Weingut "Les Annereaux" zu wohnen, dessen Miteigentümerin sie nach dem Tod ihrer Mutter Herminie im Jahre 1869 geworden war.

Les Annereaux im heutigen Zustand

1873 kaufte sie ihren Geschwistern deren jeweiligen Erbanteil ab und besaß nun die Hälfte des Weinguts. Die andere Hälfte gehörte ihrer dort wohnenden Tante Laure Malescot. Nach deren Tod im Jahre 1875 erbte Caroline die zweite Hälfte und wurde somit zur alleinigen Eigentümerin. Im gleichen Jahr zog sie mit ihrem inzwischen sechsjährigen Sohn Armand nach Lalande de Pomerol und widmete sich voll und ganz dem Weingut "Les Annereaux".

Sie renovierte die Wirtschaftsgebäude und erneuerte das Wohnhaus. Vor allem aber kümmerte sich Caroline um den Weinbau. Die Weinstöcke mußten vor den Rebläusen geschützt werden, die sich seit einiger Zeit mit rasanter Geschwindigkeit in Frankreich ausbreiteten und die von ihnen befallenen Rebstöcke abtöteten.


Kampf gegen die Reblaus

Es gab zwei Methoden, die Reblaus zu bekämpfen: entweder man versuchte. die Reblaus chemisch zu bekämpfen, oder man pfropfte französische Weinreben auf amerikanische Rebstöcke, weil diese resistent gegen die Reblaus waren. Caroline entschied sich für die zweite Methode, und der Erfolg gab ihr recht.

Eine Delegation, die im Zusammenhang mit einem Kongreß über die Reblaus 1881 verschiedene Weingüter besichtigte, darunter auch "Les Annereaux", sparte nicht an Lob für Carolines Arbeit. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen:

Auszeichnungen

- Ehrendiplom des internationalen Kongresses 1881 in Bordeaux
- Goldmedaille der Gesellschaft zur Förderung der Landwirtschaft
- Landwirtschaftlicher Verdienstorden

Caroline Soehnée-Ponsot


Carolines Kampf gegen die Reblaus fand nicht nur auf ihrem Weingut statt. 1879 wurde sie aktives Mitglied der landwirtschaftlichen Vereinigung von Libourne, für die sie Versuche zu den unterschiedlichsten Fragen des Weinbaus vornahm und die Ergebnisse in der Fachpresse veröffentlichte. Dadurch erwarb sie die Anerkennung der anderen Winzer und der Fachwelt. Entsprechend bemühten sich auch Organe der anderen französischen Weinbaugebiete um sie. 1891 war Caroline u.a.:

Mitgliedschaften

- korrespondierendes Mitglied der Landwirtschafts-, Industrie- und Handelskammer des Var - Ehrenmitglied der regionalen Weinbaugesellschaft des Rhône
- korrespondierendes Mitglied der königlichen Akademie "Dei Georgofili" von Florenz
- Ehrenmitglied der landwirtschaftlichen Vereinigung von Cadillac und der Landwirtschaftskammern des Héraut und der Ardèche

"Les vignes américaines" 

Die Ergebnisse ihrer Arbeiten faßte Caroline 1891 in einem Buch zusammen, das vielen Winzern als Lehrbuch dienen konnte:
PONSOT Caroline: Les vignes américaines, catalogue et manuel, Masson Paris, Fréret
Bordeaux, 1891, 264 Seiten

Regelung der Nachfolge

Aber es fehlte noch etwas zur Vollendung ihres Lebenswerks: ein Nachfolger. Darum versuchte sie ihren Sohn Armand zu überzeugen, die Leitung des Weinguts zu übernehmen. Dieser hatte Mathematik studiert und wollte eigentlich an die "École Polytechnique". deren Aufnahmeprüfung er bereits bestanden hatte. Aber seine Mutter setzte sich durch und Armand blieb in Lalande de Pomerol.
1888 gründete Armand zusammen mit seinem künftigen Schwiegervater eine Gesellschaft, deren Hauptaufgabe es war, das Weingut zu verwalten und eine Flurbereinigung vorzunehmen, d.h. aus vielen verstreuten Parzellen eine geschlossene Domäne zu machen, indem entfernte Parzellen verkauft, und naheliegende Parzellen gekauft werden. In wenigen Jahren stieg der Grundbesitz von 18 Hektar auf fast 57 Hektar.
Fehlspekulationen der Gesellschaft führten allerdings 1894 zum Konkurs der Gesellschaft. Alle Versuche. das Weingut zu retten, schlugen fehl und 1899 mußte es verkauft werden. Armand verkaufte es an Wilhelm Soehnée (Nr. 84), den jüngsten Bruder seiner Mutter. Somit verblieb das Weingut in der Familie und Caroline konnte dort bis zu ihrem Tod bleiben, der laut Internet am 7.9.1900 eintrat. (Nach dem Buch von Dominique Hessel war Caroline bereits im Januar 1900 gestorben.)


Quellen:

- Camille Desveaux Dominique Hessel: Les Annereaux, Lalande de Pomerol, Une histoire dans l'histoire, Artigues-près-Bordeaux 2014
- Internet