Charles Frédéric Soehnée

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70 - Charles Frédéric Soehnée

Karl Friederich wurde am 3. November 1789 in Landau als Sohn des Jacob Friedrich Söhne und der Caroline Krieger (Nr. 40) geboren und am 4. November getauft. Paten waren Johann Friedrich Stahl aus Landau und Frau Philippina Catharina Schuch geb. Stahl.

Eine von Harold Hessel übermittelte Urkunde besagt, daß ein Dritter (Charles Alexandre Potier) bereit war, an seiner Stelle den 2-jährigen und 1809 beginnenden Wehrdienst zu leisten. Dafür mußte der in der Rue de Bondy Nr. 24 wohnende Charles Soehnée 100 Francs für Ausrüstung und Bekleidung seines Ersatzmannes zahlen. Was er dem Ersatzmann direkt bezahlt hat, geht aus der Urkunde nicht hervor. (Foto in der Datei charlesfrederic.jpg)

War ab 1810 Schüler der Malerwerkstatt Girodet in Paris und hat 1818/1819 selbst gemalt (phantastische Bilder). Zu seinen Freunden zählten die Maler Pierre Louis de Laval und Alexandre Jean Noël. Das folgende Bild ist typisch für seinen Stil.


1822 verfaßte er eine Abhandlung über Farben der Antike (Charles-Frédéric Soehnée, Recherches nouvelles sur les procédés de peinture des anciens, Paris 1822), an die er von ihm selbst übersetzte und kommentierte Auszüge aus Lessings "Über das Altertum der Malerei" anhängte (Fragmens d'un ouvrage de Lessing, intitulé: De l'antiquité de la peinture à l'huile). Danach entwickelte er einen Firnis (Vernis Soehnée), den er mit Erfolg über das in Paris, Rue des filles du Calvaire 19, befindliche Haus "Maison Soehnée Frères" (= Firma Gebrüder Soehnée) herstellte und verkaufte. Dieser von Malern geschätzte Firnis soll heute noch hergestellt werden. Einem Firmenkatalog von 1902 ist zu entnehmen, daß die Firma 1829 von den Gebrüdern Soehnée gegründet, danach von dem Ingénieur des Arts et Manufactures J. Soehnée weitergeführt, und später von dem Schwiegersohn und Geschäftsnachfolger Bolloré-Soehnée übernommen wurde. Dieser Bolloré war der Mann von Marie Soehnée (Nr. 93) und Schwiegersohn von Jules (Nr. 80).

Charles Frédéric wohnte in Pré Saint-Gervais bei Paris, wo er am 1. Mai 1878 starb. (Laut Internet soll er am 1. Mai 1870 in Montreuil-sous-Bois gestorben sein.)

Über sein künstlerisches Werk hat die Pariser Galerie Jean-Marie Le Fell im Jahr 2006 eine Ausstellung gemacht und gleichzeitig einen Bildband veröffentlicht (Patrick Mauriès, Charles-Frédéric Soehnée, 1789 - 1878, Un voyage en enfer). Darin befinden sich eine kleine Biographie, ein Abdruck von 109 Bildern und eine (unvollständige) Liste seiner Werke mit Angabe des jeweiligen Standorts (die meisten Bilder befinden sich in der Galerie Le Fell, 13 Bilder bei Christie's, 2 im Louvre und die übrigen in Privatsammlungen). Ein weiteres Bild von Charles-Frédéric Soehnée wurde in einem Katalog für eine von Rieunier & Associés am 12. April 2008 in Paris organisierten Bilderversteigerung abgedruckt: "Personnages escarcots et études de cavaliers". Laut Auskunft von Harold Hessel muß es noch weitere Aquarelle geben, die sich im Familienbesitz befinden.


          Selbstportrait (?) von 1810			Portrait 1812 (von Laval gemalt)

Foto des alten C.F. Soehnée


Alle biographischen Angaben stammen aus dem Bildband von Patrick Mauriès Kopie der Abhandlung über Farben der Antike in der Datei charlesfrederic.pdf Weitere Bilder von C.F. Soehnée, die nicht in dem Band von Mauriès abgedruckt sind, sind in den Dateien bild1 bis bild7 enthalten. Abschrift der Geburtsurkunde in der Datei charlesfrederic.doc. Diese Geburtsurkunde ist übrigens eine wörtliche Abschrift der Geburtseintragung in den Landauer Kirchenbüchern.