Wilhelm Söhne * 1853: Unterschied zwischen den Versionen
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Friedrich Wilhelm Söhne wurde unehelich am 21. September 1853 in Sachsenhausen geboren und am 2. Oktober getauft. Vater war laut eigenem Geständnis Friedrich Söhne (Nr. 102), welcher die Mutter Henriette Koch zwei Jahre später heiratete. | Friedrich Wilhelm Söhne wurde unehelich am 21. September 1853 in Sachsenhausen geboren und am 2. Oktober getauft. Vater war laut eigenem Geständnis [[Friedrich Söhne * 1822|Friedrich Söhne]] (Nr. 102), welcher die Mutter Henriette Koch zwei Jahre später heiratete. | ||
1873 findet sich Wilhelms Name in der Stammrolle der Wehrpflichtigen (VIII/1, Konv. 1. Fasz. 7). Nach dieser Liste war er von Beruf Knecht, wohnte im Haus Nr. 89 (also in dem Haus Söhne in der südlichen Hinterstraße, der heutigen Louisenstraße) und wurde wegen ''Ers. Res. II G'' aus der Stammrolle gestrichen, also nicht zum Militärdienst herangezogen. | 1873 findet sich Wilhelms Name in der Stammrolle der Wehrpflichtigen (VIII/1, Konv. 1. Fasz. 7). Nach dieser Liste war er von Beruf Knecht, wohnte im Haus Nr. 89 (also in dem Haus Söhne in der südlichen Hinterstraße, der heutigen Louisenstraße) und wurde wegen ''Ers. Res. II G'' aus der Stammrolle gestrichen, also nicht zum Militärdienst herangezogen. | ||
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Am 2. August 1885 heiratete er die am 25. Juni 1855 in Rhadern geborene Christiane Gerlach, jüngste Tochter des Landwirts Friedrich Gerlach. Zeugen bei der Heirat waren der Schmied Heinrich Eisenberg und der Landwirt Wilhelm Koch III, beide aus Sachsenhausen.<br> [Anmerkung von Dr. Wilhelm-Kai Söhne: mein Vater, Wilhelm Robert Söhne, berichtete mir, daß die Christiane Gerlach auf dem Nachbarhof der Söhnes, nämlich auf dem Hof des Landwirts Wilhelm Koch, gearbeitet hat.]<br> | Am 2. August 1885 heiratete er die am 25. Juni 1855 in Rhadern geborene Christiane Gerlach, jüngste Tochter des Landwirts Friedrich Gerlach. Zeugen bei der Heirat waren der Schmied Heinrich Eisenberg und der Landwirt Wilhelm Koch III, beide aus Sachsenhausen.<br> [Anmerkung von Dr. Wilhelm-Kai Söhne: mein Vater, Wilhelm Robert Söhne, berichtete mir, daß die Christiane Gerlach auf dem Nachbarhof der Söhnes, nämlich auf dem Hof des Landwirts Wilhelm Koch, gearbeitet hat.]<br> | ||
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Wilhelms Berufsbezeichnung lautete nun ''Ackermann'', denn wie aus seinem Ehevertrag (im Besitz von Hans Söhne) hervorgeht, hat ihm sein Vater den Hof anläßlich der Heirat überschrieben, allerdings mit der großen Einschränkung, daß er ''so lange die Herrschaft im Hause und auf dem Gute behält, bis er sie aus freiem Willen an seinen Sohn Wilhelm abtritt.'' Laut Chronik des Christian Söhne (S. 3) soll der Besitz übrigens 50 Morgen Land betragen haben. [[Ehevertrag zwischen Wilhelm Söhne und Christiane Gerlach]]<br> | Wilhelms Berufsbezeichnung lautete nun ''Ackermann'', denn wie aus seinem Ehevertrag (im Besitz von Hans Söhne) hervorgeht, hat ihm sein Vater den Hof anläßlich der Heirat überschrieben, allerdings mit der großen Einschränkung, daß er ''so lange die Herrschaft im Hause und auf dem Gute behält, bis er sie aus freiem Willen an seinen Sohn Wilhelm abtritt.'' Laut Chronik des Christian Söhne (S. 3) soll der Besitz übrigens 50 Morgen Land betragen haben. [[Ehevertrag zwischen Wilhelm Söhne und Christiane Gerlach]]<br> | ||
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Das Ehepaar hatte insgesamt 7 Kinder, wobei allerdings der älteste Sohn Wilhelm genau wie der Vater unehelich zur Welt gekommen war und auch der zweite Sohn Friedrich noch vorehelich gezeugt wurde, denn er wurde bereits 2 Monate nach der Hochzeit geboren.<br> | Das Ehepaar hatte insgesamt 7 Kinder, wobei allerdings der älteste Sohn Wilhelm genau wie der Vater unehelich zur Welt gekommen war und auch der zweite Sohn Friedrich noch vorehelich gezeugt wurde, denn er wurde bereits 2 Monate nach der Hochzeit geboren.<br> | ||
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Am 1.12.1900 wurde in Sachsenhausen eine Volkszählung durchgeführt. In der dies bezüglichen Akte (II/1, Konv. 11, Fasz. 2) wird der Haushalt der Christiane Söhne aufgeführt. Dieser befand sich in der südlichen Hinterstraße 89 und bestand aus 3 männlichen und 4 weiblichen Personen. Wenn hier nun Christiane und nicht Wilhelm als Familienvorstand genannt wird, so müßte das doch eigentlich bedeuten, daß Wilhelm längerfristig abwesend war. Dafür sprechen auch die etwas verwirrenden Zahlenangaben: um 1900 müßte die Familie aus den auf dem Foto gezeigten Personen bestanden haben, d.h. 5 männlichen und 3 weiblichen (die Tochter Maria war bereits 1894 im Alter von 5 Jahren gestorben). Unterstellt man eine Abwesenheit Wilhelms, wären also noch 4 männliche und 3 weibliche Personen vorhanden. Aber laut Volkszählung war es umgekehrt: 3 männliche und 4 weibliche. Dieser Widerspruch läßt sich wahrscheinlich dadurch erklären, daß entweder der Volkszähler die Zahlen vertauscht hat oder ich sie falsch abgeschrieben habe. | Am 1.12.1900 wurde in Sachsenhausen eine Volkszählung durchgeführt. In der dies bezüglichen Akte (II/1, Konv. 11, Fasz. 2) wird der Haushalt der Christiane Söhne aufgeführt. Dieser befand sich in der südlichen Hinterstraße 89 und bestand aus 3 männlichen und 4 weiblichen Personen. Wenn hier nun Christiane und nicht Wilhelm als Familienvorstand genannt wird, so müßte das doch eigentlich bedeuten, daß Wilhelm längerfristig abwesend war. Dafür sprechen auch die etwas verwirrenden Zahlenangaben: um 1900 müßte die Familie aus den auf dem Foto gezeigten Personen bestanden haben, d.h. 5 männlichen und 3 weiblichen (die Tochter Maria war bereits 1894 im Alter von 5 Jahren gestorben). Unterstellt man eine Abwesenheit Wilhelms, wären also noch 4 männliche und 3 weibliche Personen vorhanden. Aber laut Volkszählung war es umgekehrt: 3 männliche und 4 weibliche. Dieser Widerspruch läßt sich wahrscheinlich dadurch erklären, daß entweder der Volkszähler die Zahlen vertauscht hat oder ich sie falsch abgeschrieben habe. | ||
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Etwa zum Zeitpunkt von Wilhelms Tode muß auch mit dem Bau des neuen Hofes in der Semdenstraße 3 begonnen worden sein, denn in der Familienbibel (im Besitz von Hans Söhne) ist vermerkt, daß der Bau 1926-27 erfolgte. Dort wohnte Christiane fortan mit ihren Kindern Fritz, Hermine und Elise. (Die anderen Kinder Karl und Wilhelm waren bereits fortgezogen und Christian im 1. Weltkrieg gefallen.) | Etwa zum Zeitpunkt von Wilhelms Tode muß auch mit dem Bau des neuen Hofes in der Semdenstraße 3 begonnen worden sein, denn in der Familienbibel (im Besitz von Hans Söhne) ist vermerkt, daß der Bau 1926-27 erfolgte. Dort wohnte Christiane fortan mit ihren Kindern Fritz, Hermine und Elise. (Die anderen Kinder Karl und Wilhelm waren bereits fortgezogen und Christian im 1. Weltkrieg gefallen.) | ||
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Christiane starb am 19. November 1933 um 14.45 Uhr in Sachsenhausen im Alter von 76 Jahren an Altersschwäche.<br> | Christiane starb am 19. November 1933 um 14.45 Uhr in Sachsenhausen im Alter von 76 Jahren an Altersschwäche.<br> | ||
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Wie auf dem Foto zu erkennen ist, war Wilhelm auf dem linken Auge blind. | |||
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Aktuelle Version vom 8. Mai 2011, 22:38 Uhr
126 - Wilhelm Söhne und Christiane geb. Gerlach
Friedrich Wilhelm Söhne wurde unehelich am 21. September 1853 in Sachsenhausen geboren und am 2. Oktober getauft. Vater war laut eigenem Geständnis Friedrich Söhne (Nr. 102), welcher die Mutter Henriette Koch zwei Jahre später heiratete.
1873 findet sich Wilhelms Name in der Stammrolle der Wehrpflichtigen (VIII/1, Konv. 1. Fasz. 7). Nach dieser Liste war er von Beruf Knecht, wohnte im Haus Nr. 89 (also in dem Haus Söhne in der südlichen Hinterstraße, der heutigen Louisenstraße) und wurde wegen Ers. Res. II G aus der Stammrolle gestrichen, also nicht zum Militärdienst herangezogen.
Heirat
Am 2. August 1885 heiratete er die am 25. Juni 1855 in Rhadern geborene Christiane Gerlach, jüngste Tochter des Landwirts Friedrich Gerlach. Zeugen bei der Heirat waren der Schmied Heinrich Eisenberg und der Landwirt Wilhelm Koch III, beide aus Sachsenhausen.
[Anmerkung von Dr. Wilhelm-Kai Söhne: mein Vater, Wilhelm Robert Söhne, berichtete mir, daß die Christiane Gerlach auf dem Nachbarhof der Söhnes, nämlich auf dem Hof des Landwirts Wilhelm Koch, gearbeitet hat.]

Wilhelms Berufsbezeichnung lautete nun Ackermann, denn wie aus seinem Ehevertrag (im Besitz von Hans Söhne) hervorgeht, hat ihm sein Vater den Hof anläßlich der Heirat überschrieben, allerdings mit der großen Einschränkung, daß er so lange die Herrschaft im Hause und auf dem Gute behält, bis er sie aus freiem Willen an seinen Sohn Wilhelm abtritt. Laut Chronik des Christian Söhne (S. 3) soll der Besitz übrigens 50 Morgen Land betragen haben. Ehevertrag zwischen Wilhelm Söhne und Christiane Gerlach
Das Ehepaar hatte insgesamt 7 Kinder, wobei allerdings der älteste Sohn Wilhelm genau wie der Vater unehelich zur Welt gekommen war und auch der zweite Sohn Friedrich noch vorehelich gezeugt wurde, denn er wurde bereits 2 Monate nach der Hochzeit geboren.

Am 1.12.1900 wurde in Sachsenhausen eine Volkszählung durchgeführt. In der dies bezüglichen Akte (II/1, Konv. 11, Fasz. 2) wird der Haushalt der Christiane Söhne aufgeführt. Dieser befand sich in der südlichen Hinterstraße 89 und bestand aus 3 männlichen und 4 weiblichen Personen. Wenn hier nun Christiane und nicht Wilhelm als Familienvorstand genannt wird, so müßte das doch eigentlich bedeuten, daß Wilhelm längerfristig abwesend war. Dafür sprechen auch die etwas verwirrenden Zahlenangaben: um 1900 müßte die Familie aus den auf dem Foto gezeigten Personen bestanden haben, d.h. 5 männlichen und 3 weiblichen (die Tochter Maria war bereits 1894 im Alter von 5 Jahren gestorben). Unterstellt man eine Abwesenheit Wilhelms, wären also noch 4 männliche und 3 weibliche Personen vorhanden. Aber laut Volkszählung war es umgekehrt: 3 männliche und 4 weibliche. Dieser Widerspruch läßt sich wahrscheinlich dadurch erklären, daß entweder der Volkszähler die Zahlen vertauscht hat oder ich sie falsch abgeschrieben habe.
Wie dem auch sei, Wilhelm Söhne starb am 27. Juni 1926 um 10 Uhr abends in Sachsenhausen im Alter von 72 Jahren.
Testament
Unmittelbar vor seinem Tode wurde von dem Sachsenhäuser Bürgermeister W. Hufeisen in Gegenwart von Zeugen, dem Malermeister Wilhelm Veltum und dem Landwirt Wilhelm Röhle, ein Nottestament verfaßt, in dem Wilhelm seinen Sohn Fritz als Erben einsetzte. Wilhelm konnte das Testament jedoch nicht mehr unterschreiben, denn er bekam einen Blutsturz und verschied. (Das Nottestament ist im Besitz von Hans Söhne). Sicherheitshalber verfaßte seine ihn überlebende Ehefrau Christiane zwei Jahre später ein neues Testament (im Besitz von Hans Söhne), welches den Inhalt des Nottestaments im wesentlichen bestätigte. Erbauseinandersetzung über das Vermögen des Landwirts Wilh. Söhne u. dessen Ehefrau Christiane Söhne, geborene Gerlach, in Sachsenhausen
Haus in der Semdenstraße 3
Etwa zum Zeitpunkt von Wilhelms Tode muß auch mit dem Bau des neuen Hofes in der Semdenstraße 3 begonnen worden sein, denn in der Familienbibel (im Besitz von Hans Söhne) ist vermerkt, daß der Bau 1926-27 erfolgte. Dort wohnte Christiane fortan mit ihren Kindern Fritz, Hermine und Elise. (Die anderen Kinder Karl und Wilhelm waren bereits fortgezogen und Christian im 1. Weltkrieg gefallen.)

Christiane starb am 19. November 1933 um 14.45 Uhr in Sachsenhausen im Alter von 76 Jahren an Altersschwäche.

Wie auf dem Foto zu erkennen ist, war Wilhelm auf dem linken Auge blind.